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Rümpelfix schließt seine Fahrradwerkstatt / Verkauf von gebrauchten Leezen und Möbeln bleibt

 

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Wolfgang Heinze verabschiedet sich am Freitag den 18.3.2016 in den Ruhestand. Gleichzeitig schließt auch die Fahrradwerkstatt.Mit ihm hat sich das Rad in der Fahrradwerkstatt von Rümpelfix an der Bremer Straße 28 Jahre lang gedreht. Jetzt tritt Zweiradmechanikermeister Wolfgang Heinze auf die Bremse. Der 63-jährige Münsteraner geht in den Ruhestand – und mit ihm auch der Werkstattbetrieb.Die Luft ist raus, die letzten Reparaturen sind bis Freitag fertig. Heinze hofft, dass bis dahin alle Kunden ihre Räder abholen.Kurz vor dem Start in die neue Frühlingssaison für Fahrräder hat sich die HFR gGmbH zur Aufgabe der Fahrradwerkstatt entschlossen. Es lohnt sich nicht mehr. „Die wirtschaftliche Situation der Werkstatt entwickelte sich in den letzten Jahren zunehmend enger", begründet Wolfgang Effing, Betriebsleiter von Rümpelfix, den Schritt. Der Wettbewerb gerade auf dem Fahrradmarkt wachse. Bereits vor vier Jahren gab Rümpelfix darum schon den Verkauf von Neurädern auf und konzentrierte sich auf Gebrauchträder und auf Reparaturen.Vor allem für Kunden im Hansaviertel war Wolfgang Heinze die ganze Zeit über erster Anlaufpunkt. Wenn eine Schraube am Rad locker war, das Licht nicht brannte oder ein Plattfuß auftrat – der 63-Jährige wusste immer zu helfen. Zeitweise waren mit ihm noch fünf bis sechs Mitarbeiter tätig, inzwischen ist Heinze in seiner Werkstatt ein „Alleinunterhalter" geworden. Er berät Kunden, er verkauft und repariert zugleich.Putzaktionen an den Rädern habe er allerdings aufgegeben, nachdem ein Kunde meckerte, dass das Schutzblech von unten noch verschmutzt sei. 25 D-Mark nahm Heinze damals für solche Frühjahrskuren. Dem Kunden habe er geraten, er möge zu Hause auf seinem Schrank nachsehen. Wenn dort kein Staub liegen würde, dann dürfte er wiederkommen, dann würde er das Blech auch von unten putzen. Den Kunden hat Heinze nie mehr gesehen.Das Reparaturziel des Handwerksmeisters in der picobello aufgeräumten Werkstatt war immer ehrgeizig: „Wenn ich lange brauche, dann brauche ich zwei Tage."Große Arbeitspausen im Winter oder in regenreichen Zeiten gab es für ihn nicht. „Münster ist ein eigenartiger Markt, hier wird immer gefahren." Heinze selbst radelt ebenfalls bei Wind und Wetter rund 7000 Kilometer pro Jahr. Und er besitzt – wie es sich für einen Münsteraner gehört – drei Leezen. Der 63-Jährige schwört auf sein E-Bike, sattelt aber für die Kondition gerne immer wieder auf seinen „wartungsfeien Alltagsesel" um. Wenn er im Sommer durch die Alpen fährt und die Fahrradfahrer die Berge hochstrampeln sieht, dann freue er sich, dass er mit seinem Motorrad unterwegs ist.Der Mechanikermeister wundert sich aber auch, dass heute nur wenige Fahrradfahrer ihre Räder noch reparieren können. „Viele scheitern schon am Luft aufpumpen." Heinze gab den Kunden in all den Jahren viele Tipps mit auf den Weg, dass beispielsweise ein stramm aufgepumptes Rad einfach besser läuft.Der Abschied des 63-Jährige von der Rümpelfix-Werkstatt verläuft schleichend. Die Werkstatt wird weiterhin von ihm stundenweise betreut, um Rehabilitanden der HFR-GmbH handwerklich anzuleiten. Gesellschafter der HFR ist der Förderkreis Sozialpsychiatrie FSP, der eine Vielzahl von Einrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen betreibt. Vorstand Ulrich Hohenbrink freut sich, dass die Rehabilitanden weiter im Zweiradbereich fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden.

Foto und Text von Gabriele Hillmoth, Westf.Nachrichten vom 16.3.2016